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Allgemein Bereits in frühester Zeit wurden in allen bekannten Kulturen
Wasser und Wein therapeutisch genutzt. Germanen und Kelten badeten in
Mineralquellen und Thermen, die Ihnen als heilig galten. Die Römer, an eine
hochentwickelte Badekultur gewöhnt, übernahmen im unwirtschaftlichen Norden
diese natürlichen Vorkommen. In verschiedenen Kulturen des Altertums wurden
bereits Zusammenhänge von Wein und Gesundheit erkannt. Das zeigen die
medizinisch-pharmazeutische Verwendung von Wein und die anekdotische Darstellung
dieser Erkenntnisse in der Mythologie und der antiken Literatur.
Die
Schutzwirkungen des Weines bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nachgewiesen. Er
dient weiterhin der Entspannung, hat positive Effekte auf den Magen-Darm-Trakt
und steigert subjektiv das Wohlbefinden.
Kurerfolg mit Wein Die bekannten Wirkungen von Wein wurden schon sehr
früh durch Zusetzen von Pflanzen verstärkt. Die Inhaltsstoffe lösten sich im
Wein, wurden stabilisiert, konserviert, im Geschmack verbessert und schneller
resorbiert. Im griechischen Kos praktizierte Hippokrates (ca. 460 - 377 v.Chr.).
Er nutzte Weine ohne Arzneimittelzusätze zur Kräftigung von Rekonvaleszenten,
als Beruhigungs- und Schlafmittel, bei Kopfschmerzen und Verstimmungszuständen,
in sehr hoher Dosis als narkotisches Analgetikum bei Ichiasschmerzen, weiterhin
bei Herz-Kreislauf-Störungen und sogar bei Augenkrankheiten, bei Völlegefühl
sowie bakteriellen und toxisch bedingten Darmerkrankungen, als Harntreibendes
Mittel und als Antiseptikum in der Wundbehandlung. Als Indikatoren für Anwendung
von Wein nennt Hero: Augenentzündungen, Ohnmacht, cholerische Zustände, Hunger
und Vergiftungen (Wein als Antidot). Friedrich Hoffmann (1660 - 1742), berühmter
Chemiker und Mediziner, erster Proffessor an der neugegründeten Universität
Halle und Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich I., stellte eine
richtungs-weisendes System der Arzneien nach Eigenschaften, ihrer
Zusammensetzung und Wirkungsweise auf. Von seinen Medikamenten haben sich die
Hoffmannstropfen (1 Teil Äther, 3 Teile Alkohol) bis heute gehalten. Der von ihm
chemisch analysierte "Sauer-Brunnen" setzte er für Trinkkuren und warme
Heilbäder an. Da Hoffmann auch große Erfahrung mit Wein als Arznei hatte, erfand
er in Anlehnung an die Brunnen-kur die "Wein-Cur", bei der er allerdings die von
Ihm empfohlene mäßige Dosierung des Weines weit überschritt. Hoffmanns
vielfältige Therapievorschläge sind nur noch als Anregung in der Praxis
vorhanden; die gezielte, tägliche Verabreichung von Wein hat sich allerdings in
dem Behandlungsplan der Schroth-Kur erhalten. Die Traubenkur, bereits im
Altertum empfohlen, wurde in Meran wiederentdeckt, kam aber im letzten
Jahrhundert auch in deutschen Bädern in Mode.
In den Kurorten wird
heutzutage ausgehend von ärztlicher Betreuung über Behandlungen und Anwendungen
bis hin Infrastruktur alles erdenklich Mögliche getan, um Nützliches mit
Angenehmen zu verbinden, um einen maximalen Kureffekt zu erzielen. Hierzu gehört
auch der Wein, der ergänzend therapeutisch eingesetzt werden sollte, sofern
Alkohol aufgrund des Krankheitsbildes nicht verboten ist.
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