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| Grauer Burgunder (Pinot Gris) |
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Einleitung
Deutschland hat mit 2523 ha den größten Anbau, in Frankreich ist der Graue Burgunder im Elsaß, in der Champagne und in Burgund (Gegend von Meursault und Mercurey) zu finden. In der Schweiz, Ungarn und Österreich sind ebenfalls kleinere Bestände vorhanden.
Herkunft
Wahrscheinlich ist der Ruländer durch eine Knospenmutation aus dem blauen Burgunder entstanden, worauf auch seine Zweitbezeichnung "Grauer Burgunder" hinweist. Mit dem "Weißen Burgunder" und dem "Blauen Burgunder" bildet er eine Familie, denn alle drei Sorten sind im Sommer kaum voneinander zu unterscheiden und identifizieren sich erst bei der Traubenreife durch die Farbe der Beeren. Die Heimat des Ruländer dürfte in Burgund zu suchen sein. In Deutschland gab es einen Kaufmann namens Johann Seger Ruland aus Speyer um 1711 den Anstoß zu seiner Verbreitung. Ruland entdeckte ihn in einem verödeten Garten und vermehrte ihn schnell, nachdem er seinen Wert erkannte. Nach einer starken Verbreitung ging der Anbau bald wieder zurück, da die Rebstöcke infolge Degeneration keinen ausreichenden Ertrag mehr brachten. Erst der modernen Klonenselektion gelang es, die Fruchtbarkeit wieder herzustellen und eine neue Ausdehnung des Anbaues einzuleiten.
Es besteht kein Zweifel, daß die heutige Bezeichnung "Ruländer" auf den Kaufmann Ruland aus Speyer zurückzuführen ist. Die heute mehr im Vordergrund stehende Bezeichnung "Grauer Burgunder" hat sich für die Weine als verkaufsfördernd erwiesen.
Sortenmerkmale
Triebspitze offen, starkwollig, weißlich-hellgrün; Blatt mittelgroß, schwach dreilappig, kaum gebuchtet, Oberfläche leicht blasig, Rand stumpf gezähnt, Stielbucht V-förmig offen; Trieb engknotig, mittlere Geiztriebbildung; Holz dünn, rotbraun; Traube mittelgroß, walzenförmig, dichtbeerig; Beeren mittelgroß, länglich, dünnhäutig, graurot, schwaches Bukett; Austrieb spät; Reife mittelspät; Wuchs mittelstark; Ertrag gut; Holzreife gut; Blütezeitpunkt spät; Blühfestigkeit mittel bis hoch.
Ansprüche an Lage und Boden
Der Ruländer stellt hohe Ansprüche an die Lage, die etwa in der Mitte zwischen Riesling und Silvaner liegen. Der Ruländer liebt einen tiefgründigen, kräftigen Boden. Deshalb gedeihen auf unseren Schieferböden, in einer guten Lage (Südwest bzw. Södostlage), leichtere und spritzigere Weine.
Reife
Der Ruländer wird etwa Anfang bis Mitte Oktober geerntet und kann als mittelspät bezeichnet werden. Er wird also auch vor dem Riesling geerntet, der immer den Abschluß eines Jahres bildet.
Qualität
Hinsichtlich der Qualität gehört der Ruländer zu unseren besten Sorten. Er erreicht im Durchschnitt 10 Grad Oechsle mehr als der Riesling. Die Säure ist niedriger als beim Riesling und besitzt nicht deren fruchtige Art.
Wein
Er hat ein Sortentypisches, volles Bukett. Die Weine sind nur dann ansprechend, wenn sie einen hohen Extrakt haben. Wenn in trockenen Jahren die Säure gering ist, können die Weine auch einmal etwas zu plump wirken. Im Sortiment der deutschen Weine gehören die Ruländer zu den Spitzengewächsen. |
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